Buch 2.0: Social Reading

Diese Informationen sind auf dem Stand vom 02.04.2018. Da sich das Social Web ständig verändert, können sich Änderungen ergeben haben.


Auf den letzten Metern unserer Reise durch das Social Web nehmen wir noch einmal Fahrt auf und widmen uns in dieser Lektion unseres letzten Moduls dem Thema „Social Reading“.

Für einige stellt Lesen wahrscheinlich eine nach wie vor eher einsame Tätigkeit dar, für welche man sich in eine ruhige Ecke auf ein gemütliches Möbel zurückzieht, um stundenlang in einem Buch zu verschwinden. Hat man das Buch beendet, wünscht manch einer sich vielleicht, sich über das Gelesene mit Anderen austauschen zu können, Handlungsbögen weiterzuspinnen oder weitere Bücher eines ähnlichen Genres oder Schreibstils zu finden. Wer sich hier wiedererkannt hat, findet wahrscheinlich Gefallen an Social Reading-Plattformen.

Lesen als soziale Tätigkeit

Die Tätigkeit des Lesens mit ihren oben beschriebenen, typischen „Begleitausprägungen“ hat längst eine Entsprechung im digitalen Raum erhalten. Begründet durch die zunehmende Digitalisierung von Medien (u.a. Büchern) sowie durch Funktionalitäten des Social Web entstanden vor etwa zwölf Jahren die ersten Social Reading-Plattformen.

Was im Allgemeinen unter Social Reading verstanden wird und warum das gemeinsame Lesen eigentlich gar kein so neues Phänomen ist, können Sie sich in dem folgenden Film ansehen:

 

Populäre Social Reading-Plattformen

Wer online schon einmal nach einem bestimmten Titel oder Genre gesucht hat, ist mit großer Wahrscheinlichkeit bereits auf populäre Social Reading-Plattformen, wie beispielsweise das in dem Film erwähnte englischsprachige Literatur-Netzwerk „Goodreads“, gestoßen. Bekannte Beispiele für deutsche Plattformen sind „Lovelybooks“ und „Sobooks“. Hinter vielen großen Social-Reading-Netzwerken stehen inzwischen große Verlage oder Konzerne. So ist Amazon beispielsweise Eigentümer von „Goodreads“ und „Lovelybooks“ ist eine hundertprozentige Tochter der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Die Eigentümer verfolgen mit dem Betreiben der Plattform dementsprechend natürlich auch das Ziel, ihre Produkte zu bewerben und zu verkaufen.

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Startbildschirm von Sobooks mit aktuellen E-Book-Angeboten. Sobooks verfolgt den Ansatz Kaufen, Lesen, Kommentieren und Teilen auf einer Plattform zu ermöglichen. Alle Aktivitäten rund um das Buch sollen im Browser erfüllt werden können.


Inhaltorientierte Funktionen von Social Reading-Plattformen

Zentrale Grundfunktionen von Social-Media-Plattformen stellen seit ihrer Gründung das Sammeln von Büchern in einem virtuellen Bücherregal oder das Erstellen einer Wunschliste mit für den Leser interessanten Titeln dar. Zur Beschäftigung mit den Inhalten und Aktivierung der Community werden beispielsweise zu bestimmten Themen Bücherlisten  und Quizze erstellt, Hintergrundinformationen zu Autoren oder Autoreninterviews veröffentlicht sowie Gewinnspiele veranstaltet und Giveaways verschenkt.

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Aktuelle Buchlisten in der Kategorie „Roman“ auf Lovelybooks.

Innerhalb der Kategorien werden die Bücher häufig entsprechend ihrer Popularität gerankt. Wenn sich der Leser für ein bestimmtes Genre besonders interessiert,  kann er den Newsletter mit Hinweisen auf Neuerscheinungen Neuigkeiten und im Netzwerk abonnieren.

Lovelybooks_Registrierung Newsletter_25_03_25

Registrierung für den Newsletter mit Informationen Neuerscheinungen bestimmter Genres bei Lovelybooks

 

Entdecker-Funktionen auf Social Reading-Plattformen

Viele Nutzer möchten auf einer Social Reading-Plattform ein „Stöber-Erlebnis“ haben, welches beispielsweise mit dem einer Buchhandlung oder Bibliothek vergleichbar ist. Um dies zu gewährleisten, werden auf den Startseiten der Plattformen neue Bücher in Kategorien wie „Krimi & Thriller“ oder „Fantasy“ präsentiert. Wenn sich Leser auf Goodreads oder Lovelybooks vernetzen und Freunde hinzufügen, können sie auch deren Bücherregale nach neuem Lesestoff durchsuchen.

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Auf Goodreads wird dazu aufgerufen, in den Bücherregalen von Freunden zu stöbern.

Zudem werden basierend auf bisher gelesenen Büchern und durch ein System aus Tags und Empfehlungen sowie bereits getätigten Bewertungen, Vorschläge für den Leser generiert.

Interaktion mit der Lesecommunity

Sieht man sich die heutigen Social Reading-Netzwerke an, lassen sich große Unterschiede zu den Anfängen erkennen: Der ursprüngliche Ansatz von „Goodreads“ in 2006 bestand darin, Lesern eine Plattform für das Kategorisieren ihrer Bücher zu bieten.
Mittlerweile sehen viele Betreiber und ihre Nutzer den Mehrwert jedoch insbesondere in den Community-Funktionen. In den vernetzten „Lesecommunities“ können- wie bereits erwähnt- Freunde gefunden und Lesegruppen zu bestimmten Autoren, Büchern, Genres oder für eine bestimmte Region gegründet werden.

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Lesegruppen auf Lovelybooks

Gemeinsam werden Leseerfahrungen reflektiert, Bücher diskutiert, empfohlen und entdeckt sowie Rezensionen zu gelesenen Büchern geschrieben.
Bei Lovelybooks kann nach Lust und Laune in bestimmten Kategorien nach Büchern gestöbert werden. Diese werden absteigend in Bezug auf Aktualität und Bewertung sowie mit von Lesern geschriebenen Kommentaren oder Kurz-Rezensionen angezeigt.

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Bücher mit hoher Leserbewertung und Leserkommentaren in der Kategorie „Roman“

Angereichert durch Social Web-Funktionen, wie beispielsweise die Möglichkeit, Textpassagen simultan zum Leseprozess mit anderen zu teilen und Beiträge von anderen zu kommentieren, wird zur Interaktion mit anderen Lesern und zur Auseinandersetzung mit dem Inhalt angeregt. Leser können zudem an Leserunden teilnehmen, in welchen in einem bestimmten Zeitraum gemeinsam ein bestimmtes Buch gelesen und anschließend besprochen wird. Die bilden Leserunden bilden Lovelybooks zufolge das stärkste „Social-Reading-Element“ in der Community.

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Eine Leserunde zu einem Buch auf Lovelybooks neigt sich dem Ende zu.

Leserunden müssen jedoch nicht zwangsläufig ausschließlich online stattfinden. Einige Leser und Nutzer von Lovelybooks übertragen das Konzept auch zurück in den „Realen Raum“ und organisieren mittels der Plattform regionale Treffen, um sich über Literatur auszutauschen.

Viele Inhalte können auf den Plattformen auch ohne Registrierung eingesehen werden. Möchte man selbst ein Bücherregal anlegen, Rezensionen schreiben oder mit der Community in Kontakt treten, muss man jedoch ein Profil anlegen.

Lovelybooks_Profil_25_03_18

Leserprofil auf Lovelybooks

 

Entdeckeraufgaben

1. Besuchen Sie eine oder mehrere Social Reading-Plattformen wie „Goodreads“, „Lovelybooks“ oder „Sobooks“.

2. Wenn Ihnen eines der Sozialen Lesenetzwerke gefällt, können Sie sich registrieren oder einfach im öffentlich zugänglich Bereich stöbern. Legen Sie währenddessen ein besonderes Augenmerk auf Funktionen, welche…

… Neugierde wecken und zum Entdecken der Bücher und der Plattform anregen.
… zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit der vorgestellten Literatur bewegen.
…. zur Interaktion mit anderen Lesern auffordern.

3. Schreiben Sie einen Blogbeitrag in welchem Sie Eindrücke in Bezug auf das Entdecken, die inhaltliche Auseinandersetzung und die Interaktion mit anderen schildern.

Greifen Sie für das Verfassen des Beitrags nach Bedarf gerne die folgenden Fragen auf:

  • Wie versuchen die Plattformen ihre Nutzer zu aktivieren?
  • Welche typischen Social Web-Funktionen können Sie entdecken?
  • Welche Mehrwerte bieten Social Reading-Plattformen im Vergleich zum Lesen im realen, nicht vernetzten Raum?
  • Sehen Sie Funktionen oder Aktivierungsmöglichkeiten, welche sich auf die Vernetzung mit Ihren Bibliotheksnutzern- bspw. mittels des eigenen Bestandes- im realen oder digitalen Raum übertragen ließen?
  • Können Sie sich vorstellen, sich auf einer Social Reading-Plattform anzumelden und diese regelmäßig zu nutzen? Welche Anforderungen müsste eine Plattform dafür erfüllen?

 


Liebe Netzworking-Teilnehmerinnen und Teilnehmer,

dies war die letzte inhaltliche Lektion unseres Kurses. Sie haben jetzt bis Ende Mai  Zeit die Bearbeitung von Lektionen nachzuholen, falls Sie etwas ausgelassen haben. Nächste Woche wird noch ein Abschlussbeitrag erscheinen, der das weitere Vorgehen (zB. für Teilnahmebescheinigungen) beschreibt.


 

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2 Antworten zu Buch 2.0: Social Reading

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