Weltenbauen

Diese Informationen sind auf dem Stand vom 26.03.2018. Da sich das Social Web ständig verändert, können sich Änderungen ergeben haben.


Neben den seriösen Listen, die das US-amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes jährlich veröffentlicht, gibt es auch eine nicht ganz ernst gemeinte Liste: Die 15 reichsten fiktiven Charaktere aus Literatur, Film und Fernsehen. Auf dieser Forbes-Liste finden Sie neben Carlisle Cullen aus Stephenie Meyers „Twilight“-Trilogie auch Tywin Lannister aus „Das Lied von Eis und Feuer“ oder den Drachen Smaug, der mit seinem Goldschatz die Liste derzeit anführt. Nicht schlecht… Da wünscht sich doch jeder einmal in seinem Lieblingsbuch mitzuspielen und dort zum Milliardär zu werden. Wie Sie in die Welt Ihres Lieblingsbuchs abtauchen und die Geschichte mitgestalten können, und welche kreativen Ideen dies für die Bibliotheksarbeit birgt, zeigen wir Ihnen dieser Woche.


Auf geht’s zum letzten Modul unseres Kurses. Zum Abschluss werden wir uns also mit „fiktiven Welten“ befassen.

Fiktive Welten

Die Erfindung fiktiver Universen bzw. fiktiver Welten ist ein beliebtes Element in der Science-Fiction-, Fantasy- und Utopie-Literatur.
Ein fiktives Universum (auch fiktive Welt, fiktiver Ort oder Fantasiewelt) ist eine fiktionale Realität, die sich durch mehr oder minder große Abweichungen von der Realität unterscheidet. Diese Abweichungen können in der Existenz von Fantasiefiguren wie z. B. Dracula liegen. Es gibt aber auch komplexe, parallele Welten, wie z. B. die „Scheibenwelt“ aus Terry Pratchetts Romanen oder das Land „Nangijala“ aus dem Werk Astrid Lindgrens. Diese sind von den Autoren erschaffen und unterliegen mitunter eigenen Regeln, haben eigene Naturgesetze und eigene Sprachen.
Prinzipiell beinhaltet eine fiktive Spielwelt die Beschreibung aller Aspekte, die auch die reale Welt aufweist, also unter anderem der geographischen, soziologischen, politischen, wirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen. Da Fantasy und Science-Fiction zu den beliebtesten Genres für Spielwelten gehören, kommen auch oft Kosmologie, Religion und Magie hinzu. Diese fiktiven Welten regen die Fantasie der Leser an und üben einen großen Reiz aus. Oft wird der Wunsch geweckt, diese Welten weiterzudenken und „mitzuspinnen“…

Mit dem Internet ist nun eine Plattform gefunden, auf der die Leser, die von einem Autor entwickelten fiktiven Welten mitgestalten und weiter entwickeln können. Dies wird auch als „Weltenbasteln“  oder „Weltenbau“ bezeichnet.

Ein „Weltenbastler“ erfindet – oder „bastelt“ – fiktive Welten beliebigen Ausmaßes, die sich oft um ein literarisches Werk ranken. Das „Basteln“ umfasst z. B. das Erfinden von Sprachen, das Entwerfen von Landkarten, Völker- und Rassenbeschreibungen, Gesetzestexten und vieles mehr. So können ganze Parallelwelt-Komplexe geschaffen werden.

Grundsätzlich entspricht jeder fiktive Handlungsort einer eigenständigen Wirklichkeit. Besonders im Science-Fiction- und Fantasy-Bereich werden oft übernatürliche Elemente eingeflochten und hinzugefügt oder die Geschichten spielen in einer mythologisierten Vergangenheit. Daneben gibt es Welten, die durch einen Übergang in einer der Realität nachempfundenen Wirklichkeit, erreicht werden. Ein typisches Beispiel dafür ist Alice im Wunderland.
Viele Fantasiewelten sind jedoch eigenständig. Als Vorreiter der Fantasy-Literatur gilt die „Herr der Ringe“-Trilogie des Autors J. R. R. Tolkien, welche an dem fiktiven Ort Mittelerde spielt, an dem sich zahlreiche spätere Fantasiewelten und Rollenspiele orientieren.

Und Bibliotheken?

Bibliotheken können auf ihrer Website, Blog oder in den Sozialen Medien auf vorhandene Foren, Wikis etc. zu Parallelwelten hinweisen. Im Internet finden sich zahlreiche Listen, Rankings und Top Ten-Listen fiktiver Figuren, Orte und Persönlichkeiten aus Literatur, Filmen und digitalen Spielen. Wikis, die die kompletten Star-Wars-Galaxien abbilden oder Tolkiens „Herr der Ringe“ wissenschaftsgleich aufbereiten. Einige geeignete Listen finden Sie in den Entdeckungsressourcen dieser Lektion.

Bibliotheken können Ihre Nutzer außerdem einladen, gemeinsam an der Welt einer Lektüre zu „bauen“ und zusammen kreativ weiterzuentwickeln. Dies ist entweder virtuell möglich – die Ergebnisse können dann online in einem Wiki, auf einer Website etc. präsentiert werden – oder traditionell mit Schere, Stift, Papier. Auch hier ist eine Ausstellungen mit den geschaffenen Werken möglich.

Entdeckungsressourcen finden Sie auf der Extraseite

 

Aufgaben

  1. Schauen Sie sich mindestens eine der Entdeckungsressourcen auf der Extraseite an. Könnten Sie sich vorstellen dort ebenfalls etwas zu veröffentlichen?
  2. Fallen Ihnen Einsatzmöglichkeiten für Ihre Bibliothek ein? Welche Veranstaltung könnten Sie sich rund um das Thema „Weltenbauen“ in Ihrer Bibliothek vorstellen?
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2 Antworten zu Weltenbauen

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